Abiturprüfung 1997 (Bayern)

Chemie

als Leistungskursfach

Aufgabe IV

  1 Die Verhältnisformel eines flüssigen gesättigten Kohlenwasserstoffs (KW) kann titrimetrisch bestimmt werden.
Bei der vollständigen Oxidation einer Probe mit der Masse m(KW) = 129 mg wird das gebildete Kohlenstoffdioxid in 100 ml einer Bariumhydroxidlösung der Konzentration c(Ba(OH)2) = 0,1 mol /l eingeleitet. Zur Rücktitration des überschüssigen Bariumhydroxids werden 20 ml einer Salzsäure der Konzentration c(HCl) = 0,1 mol/l verbraucht.
 
  1.1 Ermitteln Sie das Atomzahlenverhältnis in dem gegebenen Kohlenwasserstoff!
Der Gang der Berechnung muß klar ersichtlich sein.
8 BE
  1.2 Leiten Sie ab, um welches Alkan es sich bei dem unter Nr. 1.1 analysierten Kohlenwasserstoff handelt! 3 BE
       
  2.1 Es gibt verschiedene Alkane mit der Strukturformel C5H12.
Ermitteln Sie die Strukturformel des Isomers, von dem nur  e i n  einwertiger Alkohol abgeleitet werden kann, und benennen Sie Kohlenwasserstoff und Alkohol!
3 BE
  2.2 Propan-1-ol, Propan-2-ol und 2-Methylpropan-2-ol sind ebenfalls einwertige Alkohole.
Ordnen Sie diese Alkohole
a) nach abnehmender Acidität und
b) nach abnehmender Bereitschaft zur Bildung von Alkenen
beim Erhitzen mit Schwefelsäure!

Begründen Sie Ihre Aussagen unter Mitverwendung von Strukturformeln!

8 BE
  2.3 Nur einer der unter Nr. 2.2 genannten Alkanole läßt sich mit schwefelsaurer Kaliumdichromatlösung zu einer Carbonsäure oxidieren.
Erstellen Sie über Teilgleichungen die Gesamtgleichung dieser Redoxreaktion!
5 BE
  2.4 Eine charakteristische Größe organischer Säuren ist der KS-Wert.
Dieser kann durch Halbtitration ermittelt werden.
Schildern Sie die Vorgehensweise bei der Halbtitration, und legen Sie die Zusammenhänge dar, die eine Ableitung des KS-Werts aus dem Versuchsergebnis ermöglichen!
7 BE
       
  3 Für den geregelten Ablauf des Stoffwechsels sind Enzyme als Biokatalysatoren unverzichtbar.  
  3.1 Stellen Sie unter Mitverwendung eines Diagramms den Zusammenhang zwischen Umsatzgeschwindigkeit und Substratkonzentration unter sonst konstanten Bedingungen dar (Kurve A)!
Definieren Sie die Michaelis-Konstante, und zeichnen Sie diese in das Diagramm ein!
4 BE
  3.2 Zeichnen Sie in das Diagramm von Nr. 3.1 die Kurve B ein, die sich ergibt, wenn die Enzymkonzentration von Anfang an doppelt so hoch ist wie bei Nr. 3.1! Die übrigen Bedingungen von Nr. 3.1 werden beibehalten.
Geben Sie an, wie sich die Veränderung der Enzymkonzentration auf die Michaelis-Konstante auswirkt!
4 BE
  3.3 In das bereits erstellte Diagramm ist eine Kurve C einzuzeichnen, die den Einfluß einer von Anfang an zugesetzten, bestimmten Menge eines kompetitiven Hemmstoffs auf die Umsatzgeschwindigkeit des Substrats von Nr. 3.1 zeigt! Die Stoffmenge an Hemmstoff soll deutlich geringer sein als die des Substrats.
Geben Sie den Einfluß des Hemmstoffs auf die Michaelis-Konstante an, und zeichnen Sie diese in das Diagramm ein!
Die drei Kurven müssen den Aufgaben 3.1, 3.2 und 3.3 eindeutig zugeordnet werden können.
4 BE
  3.4 Vergleichen Sie die Auswirkungen zunehmender Substratkonzentration auf die kompetitive und auf die allosterische Hemmung einer enzymkatalysierten Reaktion! 4 BE
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