Abiturprüfung 1997 (Bayern)

Chemie

als Leistungskursfach

Aufgabe I

  1 Die Nachteile der Seife und der zunehmende Bedarf an waschaktiven Substanzen führten zur Entwicklung synthetischer Tenside.  
  1.1 Zeigen Sie unter Mitverwendung von Reaktionsgleichungen drei Nachteile der Seifen für den Waschvorgang auf! 3 BE
  1.2 Erstellen Sie die Strukturformel eines Alkylbenzolsulfonats und leiten Sie daraus die Tensidwirkung dieses Stoffes ab! 5 BE
  1.3 Neben dem Tensid und anderen Komponenten sind in einem Voliwaschmittel auch Bleichmittel enthalten. Diese bestehen im wesentlichen aus Natriumperborat (NaBO2 . H202 . 3 H20). Beim Waschvorgang zerfällt bei Temperaturen über 60 0C das gebundene Wasserstoffperoxid, wodurch farbige Verschmutzungen auf der Faser oxidativ zerstört werden.
Der Gehalt an Perborat im Waschmittel kann durch Titration in schwefelsaurem Milieu mit Kahumpermanganatlösung bestimmt werden.
 
  1.3.1 Entwickeln Sie aus Teilgleichungen die Reaktionsgleichung für diese Bestimmung! 3 BE
  1.3.2 Zur Bestimmung des Bleichmittelgehalts werden 500 mg Vollwaschmittel in Wasser gelöst, die Lösung mit Schwefelsäure angesäuert und dann mit Kaliumpermanganatlösung der Konzentration c(KMnO4) = 0,002 mol/l titriert. Der Verbrauch an Maßlösung beträgt 117,6 ml.
Berechnen Sie in Prozent den Massenanteil des Natriumperborats im Waschmittel!
Der Gang der Berechnung muß klar ersichtlich sein.
6 BE
       
  2 Ethen, 2,3-Dimethylbut-2-en und Tetrachlorethen werden in getrennten Experimenten mit Brom zur Reaktion gebracht.  
  2.1 Beschreiben Sie unter Mitverwendung von Strukturformeln den Mechanismus der Reaktion von Ethen mit Brom, und zeigen Sie den energetischen Verlauf mit Hilfe eines beschrifteten Diagramms auf! 6 BE
  2.2 Beim Einleiten von Ethen in eine wäßrige Bromlösung entsteht überwiegend 2-Bromethanol.
Erklären Sie unter Bezug auf den Mechanismus die Bildung dieses Produkts!
4 BE
  2.3 Ordnen Sie die unter Nr.2 angegebenen organischen Edukte in der Reihenfolge abnehmender Geschwindigkeit ihrer Reaktion mit Brom, und begründen Sie Ihre Aussage! 5 BE
  2.4 Es gibt nur ein 1 ,2-Dibromethan, jedoch zwei 1 ,2-Dibromethene.
Erklären Sie diesen Befund!
4 BE
       
  3 In einem Schulpraktikum werden vier Reagenzgläser ohne Kennzeichnung ausgegeben, die je eines der folgenden Kohlenhydrate enthalten:
Saccharose, Amylose, Cellulose, Lactose.


Strukturformel der Lactose

 
  3.1

Entwickeln Sie einen chemisch-analytischen Weg, um herauszufinden, welches Kohlenhydrat sich in dem jeweiligen Reagenzglas befindet!

5 BE
  3.2 Bezeichnen Sie genau die Verknüpfungsart der Monomeren im Lactose-Molekül! 2 BE
  3.3 Die aus Lactose durch bakterielle Einwirkung entstandene Glucose kann zu Milchsäure vergoren werden.  
  3.3.1 Erstellen Sie die Bruttogleichung der Glycolyse, und zeigen Sie die Bedeutung dieses Stoffwechselweges auf!
Die Coenzyme können in der üblichen Kurzschreibweise angegeben werden.
4 BE
  3.3.2 Erläutern Sie unter Mitverwendung einer Strukturformelgleichung die biochemische Notwendigkeit der Weiterreaktion des Glycolyse-Endprodukts am Beispiel der Muchsäurebildung! 3 BE
www.abitur-bayern.de 50 BE