Abiturprüfung 1994 (Bayern)

Chemie

als Grundkursfach

Aufgabe III

  1 Der französische Chemiker Louis Pasteur beschäftigte sich in grundlegenden Arbeiten mit Gärungsvorgängen.  
  1.1 Die Milchsäuregärung ist ein wichtiger biotechnischer Prozeß.
Geben Sie die Bruttogleichung der Milchsäuregärung an!
2 BE
  1.2 Formulieren Sie, ausgebend von der Brenztraubensäure, die Strukturformelgleichung für die Bildung der Milchsäure! Für beteiligte Coenzyme ist die übliche Kurzschreibweise zu verwenden. 3 BE
  1.3 Die alkoholische Gärung der Hefepilze kommt bei Sauerstoffzufuhr zum Erliegen, obwohl die Hefepilze sich weiter vermehren.
Erklären Sie diesen nach Pasteur benannten Effekt!
5 BE
       
  2 Glykogen und Cellulose sind unterschiedliche Polysaccharide, die aus Glucose aufgebaut werden können.  
  2.1 Zeichnen Sie kennzeichnende Strukturformelausschnitte der beiden Makromoleküle, und charakterisieren Sie die jeweils vorliegenden Verknüpfungsarten der Monomeren! 6 BE
  2.2 Leiten Sie den räumlichen Bau des Glykogen- und des Cellulose-Moleküls aus den unter Nr. 2.1 dargestellten Bindungsverhältnissen ab! 4 BE
       
  3 Alkohole und Ester haben u. a. als Lösemittel große Bedeutung.  
  3.1 Zeichnen Sie die Strukturformeln der fünf isomeren Butanole, und erläutern Sie die bei diesen Molekülen auftretenden Isomerieformen! 6 BE
  3.2 Zwei der isomeren Butanole weisen eine identische Siedetemperatur auf.
Beschreiben Sie ein optisches Verfahren, das es gestattet, diese beiden Isomeren zu unterscheiden!
6 BE
  3.3 Die Verbindungen Ethanol und Propan besitzen Siedetemperaturen von -42 0C bzw. + 78 0C.
Ordnen Sie diese Werte den Verbindungen zu, und begründen Sie Ihre Entscheidung!
4 BE
  3.4 Ethanol reagiert mit Ethansäure (Essigsäure).
Formulieren Sie die Reaktionsgleichung, und erläutern Sie eine Möglichkeit, die Produktbildung zu beschleunigen.
4 BE
       
  4 Aminosäuren sind nicht nur Bausteine und Peptiden, sondern übernehmen auch vielfältige biologische Funktionen.  
  4.1 Erklären Sie unter Mitverwendung von Strukturformelgleichungen die Vorgänge, die sich
a) bei Säurezugabe bzw.
b) bei Laugenzugabe
zu einer wäßrigen Aminosäure-Lösung abspielen, deren pH-Wert dem isoelektrischen Punkt entspricht!
5 BE
  4.2 Formulieren Sie die Synthese eines Dipeptids aus Glycin (Aminoethansäure) und Alanin (2-Aminopropansäure), und beschreiben Sie die Geometrie der Peptidgruppe! 5 BE
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