Abiturprüfung 1992 (Bayern)

Chemie

als Grundkursfach

Aufgabe I

  1 Vom Butanol (Summenformel: C4H100) sind fünf Isomere bekannt. Sie werden in der Industrie zur Herstellung von Lacken, Lösungsmitteln und Duftstoffen verwendet.  
  1.1 Zeichnen Sie die Strukturformeln aller isomeren Butanole, und kennzeichnen Sie dabei die Moleküle der optisch aktiven Stoffe! 6 BE
  1.2 Definieren Sie den Begriff "optische Aktivität", und erläutern Sie den Zusammenhang zwischen optischer Aktivität und Molekülbau am Beispiel dieser Butanole! 6 BE
  1.3 Oxidiert man die optisch aktiven Butanole mit einem geeigneten Oxidationsmittel, z. B. schwefelsaurer Kaliumdichromat-Lösung, so erhält man in beiden Fällen das gleiche optisch inaktive organische Reaktionsprodukt.
Formulieren Sie die Reaktionsgleichung für die Redoxreaktion, und benennen Sie das organische Produkt!
6 BE
       
  2 Durch Reaktion von 1 ,2-Ethandiol (Glykol) mit Butandisäure (Bernsteinsäure) läßt sich ein Kunststoff herstellen.  
  2.1 Benennen Sie den Typ der Polyreaktion, und erstellen Sie einen charakteristischen Formelausschnitt (Repetiereinheit) des Makromoleküls! 4 BE
  2.2 Dem Eduktgemisch wird eine anorganische Säure hinzugefügt. Erläutern Sie deren Wirkung! 2 BE
  2.3 Beschreiben und erklären Sie das Verhalten des unter Nr. 2.1 hergestellten Kunststoffs
a) beim langsamen Erwärmen
b) beim Erhitzen mit Salzsäure!
6 BE
  2.4 Verwendet man als Reaktionspartner der Butandisäure 1,2,3-Propantriol (Glycerin) anstatt Ethandiol, so entsteht ein Kunststoff mit grundlegend veränderter Wärmebeständigkeit.
Beschreiben und begründen Sie das veränderte thermische Verhalten des neuen Kunststoffs!
4 BE
       
  3 Das Disaccharid Trehalose kommt unter anderem in der Blutflüssigkeit von Insekten vor. Diese bilden es durch 1,1 -glykosidische Verknüpfung zweier -D-Glucose-Bausteine.  
  3.1 Zeichnen Sie die Strukturformel des Trehalose-Moleküls! 4 BE
  3.2 Beschreiben Sie die Durchführung der Fehling-Probe mit Trehalose, und begründen Sie das Ergebnis! 6 BE
  3.3

Definieren Sie den Begriff "Mutarotation"!

3 BE
  3.4 Geben Sie an, ob Trehalose-Lösungen Mutarotation zeigen, und begründen Sie Ihre Entscheidung! 3 BE
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