Abiturprüfung 1995 (Bayern)

Biologie

als Grundkursfach

Aufgabe III

  1 Einer der beiden Söhne eines Elternpaars mit drei Kindern leidet an einer Erbkrankheit, die statistischen Erhebungen zufolge nahezu ausschließlich bei männlichen Personen in Erscheinung tritt. Die Eltern sowie die Großeltern väterlicher- und mütterlicherseits sind phänotypisch gesund.  
  1.1 Leiten Sie aus diesen Angaben ab, welchem Erbgang die Weitergabe des Erbleidens mit hoher Wahrscheinlichkeit folgt! 3 BE
  1.2 Erstellen Sie für die oben angesprochene Familie einen Stammbaum mit Angabe aller möglichen Genotypen der genannten Personen! 6 BE
       
  2 Erbkrankheiten können heute in zunehmendem Maß vorgeburtlich nachgewiesen werden.
Beschreiben Sie eine Möglichkeit der pränatalen Diagnose!
3 BE
       
  3 Der Zustand von Gewässern wird neben anderen abiotischen Faktoren vor allem durch den Mineralstoffgehalt beeinflußt, dessen Änderungen vielfach auf menschliche Einflüsse zurückzuführen sind. Die folgende Tabelle zeigt Ergebnisse von Messungen zur Wassergüte des Bodensees (Jahresmittelwerte):
Jahr 1961 1980 1985 1990 1991
Phosphatgehalt in ug/l 19 83 66 39 33
Nitratgehalt in mg/l 0,52 0,88 0,94 0,96 0,98
Phytoplanktonmasse in g Frischgewicht/m2
(0-20m Tiefe)
6,7 24,3 19,1 16,3 11,8
 
  3.1 Nennen Sie die verschiedenen Lebensräume eines Süßwassersees, und ordnen Sie diesen jeweils eine charakteristischeTier- oder Pflanzengruppe zu! 4 BE
  3.2 Führen Sie je zwei mögliche anthropogene Ursachen für die aus obiger Tabelle hervorgehenden Änderungen des Phosphat- und Nitratgehalts seit 1980 an! 4 BE
  3.3 Geben Sie eine mögliche Erklärung für die Entwicklung der Jahresmittelwerte der Phytoplanktonmasse seit 1980, und führen Sie aus, welche Folgen sich daraus für den Sauerstoffgehalt in diesem Zeitraum ergeben haben! 6 BE
       
  4 In einem Artikel über Schmetterlinge finden sich folgende Ausführungen: "Mit ihrem extrem langen Rüssel saugen die zu den Nachtfaltern zählenden Schwärmer im Flug ... den Nektar aus den Blütenröhren. Der überdimensionale Saugrüssel schützt die Tiere vor Feinden - besonders Spinnen -, die auf den Blüten sitzen und auf ihre Beute lauern ... Um die Räuber zu irritieren, vollführen viele Schwärmerarten einen hektischen 'Pendelschwirrflug' ... Spinnen versuchen die pendelnden Schmetterlinge anzuvisieren und sie im Sprung zu erbeuten ..."  
  4.1 Erklären Sie die Entwicklung der unter Nr. 4 beschriebenen Besonderheiten der Schwärmer aus der Sicht der Darwinschen Evolutionstheorie! 6 BE
  4.2 Interpretieren Sie die Aussagen zum Verhalten der Spinnen aus ethologischer Sicht! 5 BE
       
  5 Bei der bakteriellen Zersetzung von Lebensmitteln können auch Neurotoxine gebildet werden, die zu einer Lähmung der Skelettmuskulatur führen.  
  5.1 Stellen Sie unter Mitverwendung einer beschrifteten Schemazeichnung die Modellvorstellung der Erregungsübertragung an einer neuromuskulären Synapse dar! 6 BE
  5.2 Beschreiben Sie zwei mögliche Wirkungsweisen von Neurotoxinen, die zu einer Lähmung durch Erschlaffung der Skelettmuskulatur führen können! 3 BE
       
  6 Sowohl anatomische Vergleiche als auch Untersuchungen an Chromosomen spielen bei der Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Mensch und Menschenaffen eine große Rolle.  
  6.1 Beschreiben Sie zwei anatomische Unterschiede zwischen Mensch und Menschenaffen! 2 BE
  6.2 Legen Sie dar, inwiefern Chromosomenuntersuchungen zur Klärung von Verwandtschaftsverhältnissen beitragen können! 2 BE
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