Abiturprüfung 1995 (Bayern)

Biologie

als Grundkursfach

Aufgabe I

  1 Die Blüten von Löwenmäulchen variieren in Form und Farbe. Die Merkmale werden jeweils durch zwei Allele bedingt.
Die folgenden zwei reinerbigen Löwenmäulchenrassen werden miteinander gekreuzt:
Rasse 1: zweiseitig-symmetrische, rote Blüten;
Rasse II: strahlenförmige, elfenbeinfarbene Blüten.

Die F1-Individuen besitzen ausschließlich zweiseitig-symmetrische, hellrote Blüten.

 
  1.1 Charakterisieren Sie den vorliegenden Erbgang genau, und bestätigen Sie das Kreuzungsergebnis, indem Sie die Bildung der F1-Ge-neration in geeigneter Weise darstellen und den Genotypen die entsprechenden Phänotypen zuordnen! Bezeichnen Sie dabei die Allele mit den Anfangsbuchstaben des Alphabets! 6 BE
  1.2 Erstellen Sie mit Hilfe eines Kombinationsquadrats das Erbschema für die Bildung der F2-Generation, ermitteln Sie das Zahlenverhältnis der Phänotypen in der F2-Generation, und geben Sie die prozentuale Verteilung der Einzelmerkmale an! 8 BE
       
  2 Die Diskussion um ein mögliches "Mörderchromosom" beunruhigte 1968 die Pariser Öffentlichkeit. Damals wurde einem Diplo-Y-Mann (Genotyp XYY) in einem Mordprozeß ein vermindertes Strafmaß zuerkannt, weil er von dieser gonosomalen Genommutation betroffen war, die laut Verteidiger für sein Verbrechen mitverantwortlich zu machen war.

Erläutern Sie, ausgehend von der Keimzellenbildung, das Zustandekommen der beschriebenen Genommutation dieses Mannes, bei dessen Eltern normale Chromosomensätze vorlagen!

5 BE
       
  3 Bereits im Jahre 1882 konnte ENGELMANN nachweisen, daß Außenfaktoren die Photosyntheserate beeinflussen.  
  3.1 Bei einem seiner Versuche projizierte er ein durch ein Prisma erzeugtes kontinuierliches Spektrum auf einen Algenfaden, der sich in einer Flüssigkeit mit aeroben Bakterien befand. Nachfolgend sind die experimentellen Befunde vereinfacht dargestellt:
Bei einem seiner Versuche projizierte er ein durch ein Prisma erzeugtes kontinuierliches Spektrum auf einen Algenfaden, der sich in einer Flüssigkeit mit aeroben Bakterien befand. Nachfolgend sind die experimentellen Befunde vereinfacht dargestellt:

Interpretieren Sie dieses Versuchsergebnis!

5 BE
  3.2 Erstellen Sie ein Diagramm, das die Abhängigkeit der Photosyntheserate von der Temperatur bei konstant hoher Lichtintensität wiedergibt! Erläutern Sie den Kurvenverlauf unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die Photosynthese verschiedene Reaktionsbereiche umfaßt! 8 BE
       
  4 Beschreiben Sie eine Möglichkeit des Nachweises erbbedingter Verhaltensanteile beim Menschen anhand eines selbstgewählten Beispiels! 4 BE
       
  5 Stockentenküken laufen dem Objekt nach, das sich in den ersten 32 Stunden nach dem Schlüpfen in ihrer unmittelbaren Nähe bewegt und Laute von sich gibt.
Benennen und charakterisieren Sie den Lernvorgang!
3 BE
       
  6 Die Galapagosinseln liegen rund 1000 Kilometer vor der Küste Ecuadors. Auf diesen Vulkaninseln kommen verschiedene Finkenarten vor, die sich in ihren Schnabelformen auffällig voneinander unterscheiden. Sie leben auf dem Boden, auf Kakteen oder auf Bäumen. Neben Körnerfressern treten z.B. auch insektenfressende Arten auf.  
  6.1 Erörtern Sie die Entstehung dieser Finkenarten aus der Sicht der erweiterten Evolutionstheorie! 8 BE
  6.2 Beschreiben Sie eine mögliche Entwicklung für den Fall, daß eine Population spezialisierter Darwinfinken auf das Festland gelangen würde! 3 BE
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